Freigang – aber bitte mit Leine, 3. Teil

Freigang – aber bitte mit Leine, 3. Teil

Keine Routine mit den richtigen Alternativen

Es ist mittlerweile über ein Jahr vergangen seit unseren ersten Spaziergängen. Ein zu heißer Sommer hat uns leider die gewünschte und geplante Sommerwanderung vereitelt. Aber an nicht zu heißen Tagen, besonders in den Morgenstunden, haben wir trotzdem immer wieder die Gelegenheit zum Spazieren genutzt.

Charlie ist mittlerweile ein ganz entspannter und abenteuerlustiger Spaziergänger-Kater geworden. Am liebsten ist er mit seinen Hundefreunden unterwegs, an ihnen orientiert er sich besonders stark. Interessante Ecken, raschelnde Blätter und Mäusespuren werden immer sehr gründlich untersucht, aber vorsichtshalber in der Nähe der Hunde.

Spaziergänger-Zubehör

Als wir mit unseren Spaziergängen begonnen haben, war die Transportbox ein ständiger Begleiter. Sie diente Charlie als Transportmittel, als Rückzugsort und als „Pausenraum“ um kurz auf der Spazierrunde zu verschnaufen. Da der Kater nun sehr gewachsen ist und die Box sehr sperrig wurde, haben wir uns einen tollen Transportrucksack zugelegt. Hier hat Charlie bequem Platz sich hinzulegen, er ist vor fremden Hunden und Menschen sicher und er kann weiterhin eine Pause einlegen. Die Gurtschnalle im Rucksack sichert den Kater zusätzlich so kann er aus seinem Versteck heraus alle beobachten. Der Rucksack ist auch für uns wesentlich bequemer zu tragen und ist nicht ganz so umständlich wie die Box.

Mein absoluter Tipp an alle angehenden Spaziergänger -> Transportrucksack für eine Katze.
Bei Spaziergängen mit mehreren Katzen empfehle ich ein „Katzencabrio“, einen Buggy, in dem die Abenteurer bequem nebeneinander Platz finden.

„Wenn die Katze einmal draußen war, wird sie immer raus wollen!“

Dieser Mythos hält sich sehr hartnäckig in den sozialen Medien, an dieser Stelle möchte ich versuchen es zu entkräften.

Natürlich erleben Stubentiger, wenn sie das erste Mal draußen spazieren gewesen sind, das große Abenteuer.

Natürlich ist es auch ein Teil der Natur unserer Katzen draußen zu sein, zu beobachten und zu jagen.

Natürlich werden sie es genießen und manchmal nur schwer zu überzeugen sein nach Hause zu müssen.

Wie also schaffen wir es unserem Stubentiger abenteuerliche Spaziergänge anzubieten und auf der anderen Seite dafür sorgen, dass er es nicht einfordert?

Das Zauberwort ist es hier KEINE Routine einschleichen zu lassen. Deshalb ist es wichtig so unregelmäßig, wie nur möglich mit der Katze spazieren zu gehen.

Katzen lieben Routine. Routine gibt unseren Stubentigern Sicherheit. Unsere Katzen bringen eine gewisse Routine in ihren Tagesablauf, in dem sie morgens ihre Frühgymnastik machen, dann nach Futter fragen, ihre Runde durch die Wohnung drehen zur Revierkontrolle, mit dem Mitbewohner etwas spielen und sich dann ein warmes Plätzchen zum Ausruhen suchen.

Unregelmäßige Spaziergänge, das bedeutet einmal in der Woche, manchmal zweimal in der Woche. Bei einer Woche Dauerregen kann es durchaus sein, dass sich die Katze sogar zwei Wochen gedulden muss, wieder nach draußen zu dürfen.

Es ist nicht tragisch, und du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass deine Katze etwas vermisst. Sie kann nur etwas vermissen, was sie gewohnt ist und routiniert zur Verfügung hat.

Abwechslung durch Training

Mit kleinen und großen Trainingseinheiten kannst du zusätzlich für viel Abwechslung im Katzenalltag sorgen. Abwechslung ist wichtig und spannend für unsere Stubentiger, so können weder Frust noch Langeweile entstehen.

Das Geschirr-Training mit Erweiterung:

Bevor du die ersten Schritte mit der Katze draußen machen kannst, steht immer das Geschirr-Training an erster Stelle. Wie es mit dem Anziehen stressfrei klappt, kannst du hier nachlesen.
Wenn dein Spaziergänger nun schon das Anziehen gut beherrscht, kann es hilfreich sein einige Kommandos zu trainieren, wie zum Beispiel „Hopp“, um in den Rucksack oder den Buggy zu springen. Auch auf den Namen zu hören und sich gut abrufen zu lassen, ist draußen hilfreich.

Diese praktischen Trainingseinheiten kannst du immer dann einlegen, wenn kein Spaziergang geplant ist. 10-15 Minuten reichen aus, länger wird sich deine Katze nur schwer konzentrieren können und du möchtest natürlich das Training mit einem tollen Erfolg für deine Katze beenden.

Das kleine Kratz-Einmaleins-Training

Katzen kratzen, das ist natürlich und gehört zum täglichen Pflegeprogramm.

Aber weiß deine Katze, wo sie kratzen darf und wo nicht?

Also unter uns, meine Kater wissen das manchmal nicht.
Daher ein toller Tipp bei schlechtem Spazierwetter: Kratz-Einmaleins.
Dazu benötigst du nicht viel, das Lieblingsspielzeug oder Leckerchen und natürlich die vorhanden und erlaubten Kratzmöglichkeiten. Schon geht’s los! Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du hier.

Das große Abenteuer für Zuhause

Unsere Stubentiger klettern für ihr Leben gern die Bäume hoch. Draußen tun sie es gern vor allem, um potentielle Beute besser erspähen zu können.

Drin können wir ihnen ein tolles Kletterparadies mit einigen Catwall-Elementen anbieten und so die Tage ohne Spaziergang zu verkürzen.
Die Catwall ist auch ein toller Kratz-Übungsplatz. Die Sisalsäulen dienen deiner Katze nicht nur als stabiler Übergang, um von einer Liegefläche zur nächsten zu kommen, mit einem Spielzeug kannst du deine Katze auch zum Kratzen animieren.

Intelligenz-Spielzeug für geschickte Pfötchen

Kleine Herausforderungen für die geschickten Pfötchen unserer Fell-Mitbewohner sind immer willkommen.

Katzen fummeln gern nach Spielzeugen unter unseren Schränken oder Regalen. Mit Fummelboxen oder Fummelbrettern kannst du deiner Katze eine große Freude machen. Hier lassen sich Leckerchen oder Spielzeuge verstecken, die dein geschickter Stubentiger nun herausfummeln darf.

Ob selbstgebastelte Fummelbretter aus Pappe und Klopapierrollen, oder gekaufte Spielzeuge, diese Geschicklichkeitsübung ist auch ein toller und sinnvolle Zeitvertreib zwischen den Spaziergängen.

Fazit: Unsere Stubentiger genießen die Spaziergänge, wenn wir sie ihnen anbieten. Sie genießen aber auch die gemeinsame Zeit mit uns, wenn wir mit ihnen spielen, trainieren oder auch mal kuscheln. Die Kombination aus aktiven und ruhigen Phasen wird unsere Katzen zu entspannten Stubentigern machen.

Was bietet ihr euren Katzen für Alternativen an zwischen den Spaziergängen? Habt ihr weitere Tipps für mich?

Ich freue mich auf eure Vorschläge.