Was dem Freigänger-Kater sein Baum, ist dem Stubentiger sein sicherer Kratzbaum.

Am Kratzbaum, am Fenster befindet sich Charlies neuer Lieblingsplatz:

  • Morgens: Charlie beobachtet die Situation auf der Straße, wer geht zur Arbeit, wer geht mit seinem Hund Gassi
  • Mittags: Wetter-Check, ist ein Spaziergang mit den Hunden möglich, sind die frechen Krähen wieder auf den Dächern unterwegs
  • Abends: wer hat Besuch bekommen, wer schleicht auf der Straße umher, wo sitzen die Nachbarskatzen in den Fenstern

Kater Charlies Kratzbäume stehen alle in der Nähe von Fenstern bzw. vor einer Balkontür. So hat er die Möglichkeit seine Umgebung zu beobachten. Bisher hatte ihn das aber nicht sonderlich interessiert. Er wollte spielen und toben, stillsitzen war eher eine Strafe.

Neuerdings hat er entdeckt, dass es richtig interessant sein kann aus dem Fenster zu schauen. Denn es gehen viele Leute an unserem Haus vorbei, außerdem bewegen sich die Bäume bei jedem Windstoß und das Dach vom Nachbarhaus wird häufig von unterschiedlichen Vögeln aufgesucht. Also ist es richtig interessant sich einige Minuten ans Fenster zu setzten und die Welt zu beobachten.

Deshalb beschwert sich Kater Charlie lauthals, wenn eins der Fenster nicht zugänglich ist, weil möglicherweise eine Gardine davor hängt. Falls die lauten Beschwerden nicht erhört werden, schiebt sich Charlie selbst die Gardine beiseite. Dabei schiebt er sein Köpfchen zwischen den Spalt der Gardinen und kann so seine Nachbarschaft wieder in Augenschein nehmen.

Katzen beobachten gern ihre Umgebung, es hat einen ganz praktischen Hintergrund: sie wollen einfach wissen wer sich in ihrer Umgebung aufhält. So können sie dann erkennen wer neu ist und von wem Gefahr ausgeht.

Charlie hat mittlerweile gelernt, wenn unsere Türklingel ertönt, kommt jemand zu Besuch. Das bedeutet für ihn er geht in Habachtstellung und steht in geduckter Position in der Nähe der Tür. Erkennt er jemanden der ihm freundlich gesonnen ist, läuft er fröhlich darauf zu und schnuppert den Besucher ab. Erkennt er den Besucher aber nicht, oder ist ihm der Besucher sogar unheimlich, versteckt sich Charlie unter der Couch und wartet ab. Von dort aus versucht er zu beobachten, wer der Fremdling ist und welche Gefahr von ihm ausgeht. In den meisten Fällen kommt der kleine Kater zu dem Ergebnis: Neugier ist stärker als jede Vorsicht! Er kommt ganz vorsichtig aus seinem Versteck und schleicht sich an den Fremdling heran, um mehr über diesen Eindringling zu erfahren.

Das Highlight für den guten Beobachter sind unsere Spazier-Ausflüge.

Charlie bekommt ein Geschirr angezogen und wird angeleint in einen Rucksack gesetzt, den ich mir vor den Bauch umschnalle. So kann er genau beobachten wo wir hingehen, wer uns entgegen kommt, alle Vögel die uns über den Köpfen vorbei fliegen und vor allem kann er seine Hundefreunde beim Spaziergang beobachten.
Fühlt sich Charlie sicher und ist keine Gefahr in Sicht, springt er gern aus seinem sicheren Versteck und erkundet die Umgebung auf eigene Faust. Dabei beobachtet er auch seine Hundefreunde genau, wo sie schnüffeln und was sie tolles in der Wiese entdeckt haben.

Charlie hält die gesamte Umgebung stets gut im Blick und beobachtet alles ganz genau. Blätter, die sich im Wind bewegen sind sehr interessant und fordern die volle Aufmerksamkeit des Katers.

Der kleine Kater ist ein kleiner Wasser-Narr. Er liebt es in einer vom Duschen nassen Badewanne zu sitzen und die Wassertropfen zu beobachten. Aber um einiges interessanter ist natürlich der Fluss an dem wir spazieren gehen. Am Ufer gibt es immer etwas zu entdecken, dafür macht sich der kleine Kater auch gern die Pfötchen nass. Aber auch die Blätter und Entenfedern auf dem Wasser sind enorm spannend, dass wir manchmal wirklich befürchten Charlie springt ins Wasser.

Die vielen Beobachtungen sind sehr anstrengend, deshalb müssen wir manchmal nach einem Ausflug intensiv spielen, damit der kleine Kater zur Ruhe kommt. Und dann wird erstmal gemütlich geruht, gedöst, geschlafen und neue Kräfte gesammelt. Denn das nächste Abenteuer kommt bestimmt!

Fazit: Kater Charlie ist ein guter und geduldiger Beobachter, er ist sehr neugierig, aber oft gewinnt die Neugier gegen die Vorsicht. Deshalb lassen wir den Kater alles beobachten und probieren solange es ungefährlich ist. Auch lassen wir ihn an allem schnüffeln damit er lernen kann, was gut für ihn ist und was er mag, und was nicht.

Was beobachten eure Katzen gern? Haben sie einen Lieblings-Beobachtungsposten?
Erzählt mir gern von den Beobachtungen eurer tierischen Mitbewohner.