Was macht einen guten Kratzbaum aus?

Die 7-Punkte-Checkliste

Wer auf der Suche nach einem neuen Kratzbaum ist, kann zwischen vielen Herstellern wählen.
Einige bauen wirklich gute Kratzbäume für Katzen. Viele stellen allerdings Produkte her, die ganz und gar nicht für Katzen geeignet sind. Worauf ihr achten solltet habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

1.       Stabilität

Stabilität beginnt mit dem Gewicht des Unterpodestes bzw. der Bodenplatte. Je schwerer die „Basis“, desto sicherer steht der Kratzbaum.
Dabei gilt: ein hoher Kletterbaum benötigt eine große und schwere Bodenplatte.
Bei deckenhohen Kratzbäumen erreicht man zusätzliche Stabilität mit Hilfe eines Deckenspanners.

Schaut euch die Verschraubung genau an: 10mm sollten mittlerweile Standard sein.
Ein Mindest-Durchmesser von 8mm sollte nicht unterschritten werden.
Dabei müsst ihr folgendes bedenken: auf den Kletterbaum wirken unterschiedliche Kräfte ein, und zwar immer dann, wenn die Katze sich bewegt, springt oder sich an den Säulen hochhangelt.

Sämtliche Bewegungen müssen von den Schrauben und Gewindestangen abgefangen werden.
Die Bauteile müssen fest miteinander verschraubt werden können, um zu verhindern, dass eure Katze durch lose oder abfallende Anbauten zu Schaden kommt.
Ebenso ist zu befürchten, dass der Kletterbaum durch lose Bauteile in Schräglage gerät und kippt.

2.       Verarbeitung

Um gute Verarbeitung zu erkennen benötigt ihr alle eure Sinne

  • schaut euch den gewünschten Kratzbaum genau an: steht er schräg, sehen Bauteile unsicher aus,  sind Bauteile verbaut, die keinen Sinn ergeben oder sind sogar Bauteile verbaut die eure Katze nicht mag und nicht nutzen wird?
  • riecht an dem Kratzbaum, beachtet dabei: eure Katze riecht dreimal besser als ihr.
    Wenn es für euch nicht gut riecht, ist es für eure Katze dreimal so schlimm!
  • hört genau hin wenn ihr am Kratzbaum wackelt, knackt etwas komisch oder macht quietschende oder knarrende Geräusche?
  • tastet die Bauteile und Säulen ab: sind irgendwo spitze Teile die hinausschauen z.B. Tackernadeln, daran kann sich die Katze verletzen, oder ist etwas lose und lässt sich nicht richtig befestigen?

Fragt genau nach und lasst euch gut beraten. Seid ihr euch unsicher lasst den Kratzbaum stehen!

3.       Größe

Die Größe der eigenen Katze bzw. aller Katzen, die im Haushalt leben, entscheidet über die Größe des Kratzbaums.

Jede Katze benötigt mind. eine Liegefläche, auf die sie sich bequem hinlegen kann. Ebenso muss bedacht werden, das Kitten und Senioren Kratzbäume bevorzugen, die über „Stufen“ und leichte Auf- und Abstiege verfügen.
Junge Katzen klettern viel und trainieren so ihre Muskeln. Dafür benötigen sie hohe Säulen an denen sie sich gut hoch ziehen können. Ebenso benötigen sie unterschiedlich hoch angebrachte Podeste. Wir das beachtet, bleibt der Kratzbaum lange spannend.

Zum Glück gibt es heute alternativ sehr dekorative und katzengerechte Möglichkeiten der Katze eine abenteuerliche Kletterwand einzurichten. Eine individuell geplante „Cat-Wall“ kann einen riesigen Kratzbaum ersetzen.

4.       Säulen

Ein guter und zu empfehlender Kratzbaum verfügt über ausreichend hohe Säulen.

Dabei gilt diese einfache Faustregel:

–          Kleine Katzenrassen mind.    1x 65cm

–          Mittlere Katzenrassen mind. 1x 80cm

–          Große Katzenrassen mind.   1x 100cm

Die Säulen sollten auch nicht zu dünn sein, denn die Stabilität des Kletterbaums hängt auch davon ab, wie die Säulen beschaffen sind. Ein Durchmesser unter 11cm ist nicht akzeptabel und ungeeignet!
Ob Säulen mit Sisal oder mit Hanf gewickelt sind, ist Geschmackssache der Katze.

Worauf ihr allerdings dringend achten müsst, ist der Geruch der Säulen.
Riechen die Säulen nach Nagellackentferner oder anderweitig komisch: „Finger weg!“.
Eine Säule muss ganz natürlich nach Sisal oder Hanf riechen.

Weitere Tipps zu Säulen erfährst du hier.

5.       Liegeflächen

Zum besseren Verständnis: als Liegeflächen bezeichne ich alle Flächen mit einem festen Boden.

Diese Liegeflächen sorgen auch für Stabilität des Kratzbaums, denn sie verbinden die einzelnen Säulen miteinander. So entstehen interessante „Etagen“, die eure Katze zum Erkunden des Kratzbaums einladen. Sind die Liegeflächen groß genug, nutzt die Katze sie natürlich auch zum eigentlichen Zweck dem Liegen. Einige Katzen bevorzugen Ruheplätze mit festem Boden, die sie bei „drohender Gefahr“ schnell verlassen können. Ältere Katzen brauchen oft die Sicherheit eines festen Bodens unter ihren Pfoten; die Katzen meiden dann oft alle Hängematten und Kojen.

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6.       Hängematten

In einer Hängematte fühlen sich die meisten Katzen wohl, sie nutzen sie zum Ruhen und Schlafen. Ein guter Kratzbaum muss also, über mindestens eine Hängematte verfügen, abhängig von der Anzahl der Katzen auch mehr. Die Hängematte sollte in erhöhter Position verbaut sein, so dass die Katze sich ganz ungestört zur Ruhe begeben kann.

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7.       Budget

Ein hochwertiger Kratzbaum hergestellt aus unbedenklichen und schadstofffreien Materialien ist seinen Preis wert. Es lohnt sich in Qualität zu investieren besonders dann, wenn sie garantiert wird.
Natürlich muss jeder auch auf sein Budget achten und nicht jeder ist in der Lage seiner Katze eine riesige Kletterlandschaft anzuschaffen. Deshalb bieten wir von Pussicat und einige andere Hersteller ein Baukasten-System an. So könnt ihr mit einem „preiswerten“ Modell anfangen und es dann passend zu den Bedürfnissen eurer Katze erweitern. Achtet dabei besonders darauf, dass die Bauteile über einen längeren Zeitraum nachgekauft werden können und kompatibel zu älteren Modellen bleiben.

Nun habe ich euch das Wichtigste verraten, auf das ihr beim Kauf eines Kletterbaums achten solltet. Habt ihr noch Fragen, oder benötigt Unterstützung bei der Auswahl eines Kratzbaums?
Schreibt mir, ich versuche alle Fragen zum Thema zu beantworten.