Wir haben uns ganz bewusst gegen einen unkontrollierten Freigang für unseren Kater entschieden.

Der Hauptgrund ist: wir wohnen in einer Großstadt und dazu im dritten Stockwerk.
Kater Charlie kennt Freigänge, denn er war in seinem ersten Zuhause eine Freigänger-Katze. Mit diesem Wissen im Hinterkopf möchte ich ihm die Naturerlebnisse nicht vorenthalten. Allerdings sollen die Spaziergänge ausschließlich in Begleitung stattfinden.

Als großer Pinterest-Freund bin ich auf die sehr detaillierte Anleitung von https://blogkatzen.de/ gestoßen.
In diesem Artikel wird dem Leser eine genaue Anleitung an die Hand gegeben, wie die Katze an das Geschirr, an die Leine, an die ersten Schritte mit Leine und schließlich den Spaziergang mit viel Geduld herangeführt werden kann. Mit dieser Anleitung und einem sehr zugänglichem Kater habe ich mich an die Arbeit gemacht. Dazu nutze ich den Herbst und den Winter Kater Charlie an das unterschiedliche Wetter zu gewöhnen, so freuen wir uns umso mehr auf die Frühlingssonne. Denn das Ziel unseres Trainings ist: eine Sommerwanderung mit Hunden und Kater.

 

Charlie hat zum ersten Mal ein Geschirr an.

1. Schritt: Das Training mit dem Geschirr:

Zunächst habe ich damit angefangen Charlie das Geschirr zu zeigen. Er schnüffelte daran und spielte auch damit. Das erste Geschirr war ein sehr günstiges Modell und nur für Übungszwecke geeignet. Es hatte den Vorteil, dass es klein war und die Schnallen schön klimperten wenn Charlie damit spielte. Der nächste Schritt war das intensive Kennenlernen: dabei habe ich das Geschirr beim Spielen mit dem Kater auf oder neben ihn gelegt. So lernte er, dass dieses seltsame Ding nicht bedrohlich ist. War ihm das Geschirr allerdings unangenehm, habe ich es natürlich sofort entfernt und außer Sichtweite gebracht. So lernte Charlie, dass er mir vertrauen kann und ich ihn vor diesem Ding beschütze.

 

 

 

 

Charlie versucht sich an das neue Geschirr zu gewöhnen

2. Schritt: Anziehen des Geschirrs:

Dazu habe ich natürlich einen Morgen ausgewählt an dem Charlie besonders munter war. Der Kater ließ sich nicht ganz bereitwillig, aber ohne Panik und große Abwehrversuche das Geschirr anziehen. Mit einer Spielmaus habe ich mich dann sofort bei ihm entschuldigt und spielte zur Wiedergutmachung erst einmal ausgiebig mit ihm. Das zarte Geschirr war schnell vergessen. Charlie behielt es den ganzen Tag an, es schien ihn nicht zu stören. Also haben wir das „Schlimmste“ hinter uns dachte ich.

 

 

 

 

3. Schritt: Geschirr und Leine:

So setzten wir brav das Training mit dem Geschirr weiter fort. Das Anziehen ist Charlie weiterhin unangenehm, weil ich das Geschirr über sein Köpfchen ziehen muss. Aber das kenne ich schon von meinen Doggies.  Da hilft nur: Schnellsein und ganz doll loben. Aber sobald die erste Schlaufe angezogen ist, macht Charlie einen Buckel und ich kann ihm die Bauch-Schnalle schließen. . Manchmal legt er sich auf den Boden und lässt sich das Geschirr ganz freiwillig im Liegen anziehen.

Der nächste Schritt, nachdem das mit dem Geschirr schon so gut klappt, sollte das Befestigen der Leine sein.

Nun habe ich in einigen Blogs gelesen, wie Katzen auf eine Leine reagiert haben. Ich habe von panischem Weglaufen und Verstecken gelesen. Deshalb habe ich mir für Charlie einen Plan gemacht: wieder habe ich einen Morgen gewählt an dem er sehr munter war und habe dann gewartet bis Hunde und Herrchen außer Haus waren. Dann habe ich Charlie das Geschirr angezogen, die Leine daran befestigt und sie neben ihn gelegt.
Was danach kam, ging so schnell, dass ich im Nachhinein gar nicht wusste ob ich lachen oder Mitleid haben muss. Charlie sah die Leine und machte zunächst nichts. Als er unvermittelt loslief und bemerkte, dass er „verfolgt“ wird, rannte er los. Ich glaube er hat noch nie in diesem Tempo die Wohnung abgelaufen.

Das Ganze dauerte Augenblicke. Als er stehen blieb, ging ich vorsichtig zu ihm und hob die Leine hoch. Charlie schaute mich an und legte sich ab.

In dem Moment war mir klar: Wir haben es geschafft! Ich habe den besten Kater der Welt!

Scheinbar hat Charlie in diesem Augenblick verstanden, wenn ich diese Schlange festhalte, kann sie ihn nicht bedrohen.

Natürlich habe ich die Leine danach abgenommen und habe ihm einige Zeit gegeben sich zu sammeln. Aber dann wollte ich ausprobieren, wie sich mein tapferer Kater verhält, wenn ich die Leine erneut befestige und im selben Moment die Balkontür öffne und er nach draußen kann.

Ich muss tatsächlich gestehen, ich war sehr überrascht, wie entspannt Charlie war. Die Leine hat er wahrgenommen, hat sich aber kaum noch daran gestört. Der Balkon war weitaus interessanter.  Nun ist das Wetter leider im Dezember nicht sehr katzenfreundlich, aber das war nicht wichtig. Wir können ab sofort auf den Balkon zum Üben und demnächst unseren ersten Ausflug auf eine Wiese planen. Dazu werden wir uns aber ein sicheres Geschirr besorgen.

Fazit: Das gemeinsame Geschirr-Training hat sehr viel Spaß gemacht und hat Charlie und mich zu einem eingeschworenen Team zusammengeschweißt. Mein kleiner Kater schaut mich sogar vertrauensvoll dabei an, wie ich die Leine festhalte und darauf achte, dass sie nicht über dem Boden schleift und ihn verfolgt. Wir sind unserem Ziel eine Sommerwanderung zu machen einen großen Schritt nähergekommen.

Seid ihr auch Spaziergänger, teilt eure Erfahrungen gern mit mir.
Oder möchtet ihr Spaziergänger werden und habt Fragen zum Training? Ich freue mich auf eure Nachricht.