Katzen sind von Natur aus neugierig, aber sehr misstrauisch.

Das ist auch gut so denn so schützen sie sich selbst vor Gefahren.
Also wie kann ich meinem Kater seine Welt zu Hause und im Büro zeigen und ihm Vertrauen vermitteln?
Charlie ist einfach in der „Handhabung“, denn er ist sehr mutig und frisst für sein Leben gern.

Deshalb musste ich zwei Dinge miteinander verknüpfen: Neues ausprobieren ist lecker!

Aber was sich so einfach liest, ist in der Praxis weitaus schwieriger umzusetzen. Denn jeder weiß: was Katze nicht mag, macht Katze nicht! Mein Kater Charlie ist da nicht anders.

Charlie in der Hängematte

Seinen Kratzbaum nutzt Charlie hauptsächlich zum Schlafen in seiner Lieblingshängematte. Diese hat er von Anfang an gut angenommen, den Rest vom Kratzbaum meidet er.
Deshalb habe ich mir eines Abends ein paar Leckerchen zu Seite gelegt und habe angefangen mit Charlie das Kratzbaum-Klettern zu üben.

 

 

 

 

 

 

Motiviert klettert der kleine Kater seinen Kratzbaum hoch.

Ich habe ihm ein Leckerchen an einer Stelle im Kratzbaum hingelegt und habe mit dem Finger daneben klopft. So wusste er wo er sich etwas Leckeres abholen konnte. Eine Herausforderung waren die Säulen, denn ich musste das Leckerchen so halten, dass sich das Klettern lohnt, ansonsten hat er sich einfach lang ausgestreckt. Oder er sprang auf ein Podest in unmittelbarer Nähe meiner Hand. Dafür habe ich ihn natürlich auch belohnt, denn das erfordert Köpfchen.

 

 

 

 

Dieses Training habe ich mit meinem Kater natürlich häufiger wiederholt und nun ist es unser Abend-Ritual geworden.
Charlie fordert mich abends auf mit ihm zu üben.

Dieses Ritual ist mein kleiner Geheimtipp, um Charlie an Neues zu gewöhnen. Denn mein kleiner Kater vertraut mir und weiß wo ich mit dem Finger klopfe ist etwas Leckeres zu essen und es ist ungefährlich für ihn.

Der neue Kratzbaum muss erkundet werden.

Charlie hat als Büro-Kater natürlich immer die Möglichkeit alle ausgestellten Kratzbäume und an den Wänden befestigte Klettermöbel zu testen.
Wie aus Charlie ein Büro-Kater geworden ist, könnt ihr hier nachlesen.

Die ersten Schritte auf den neuen Kletterbäumen machen wir natürlich immer zusammen, und zwar mit unserem Ritual. Ich verstecke Leckerchen erst mal in kleinen Abständen zu einander. Charlie hat so die Möglichkeit langsam Neues und Unbekanntes zu erkunden, und zwar mit Begleitung. Fühlt sich der kleine Abenteurer sicher lasse ich die Leckerchen-Abstände immer größer werden. So muss er sich manchmal anstrengen, um an die Beute zu kommen.

 

 

Hat ihn dann die Abenteuerlust endgültig gepackt, erkundet er gern allein seine Kletterwände.

Dieses Training hat dazu beigetragen, dass die Bindung zwischen Charlie und mir stärker geworden ist. Er ist aufmerksamer geworden wenn ich mit ihm trainiere und er beobachtet mich genau. Da ich selten Kommandos benutze, muss sich Charlie auf meine Körperhaltung und meine Hände konzentrieren. Er hat sich angewöhnt die Trainingseinheiten zu kommentieren, besonders wenn ich etwas von ihm erwarte, er aber so gar nicht damit einverstanden ist. Auch lässt er mich wissen, wenn er eine Pause benötigt und wir doch besser einfach nur spielen sollen. Das belohne ich auch sehr gern, denn er bietet mir was anderes an, anstatt wegzulaufen.

Als Mitbewohner einer tierischen WG ist es für unseren Stubentiger wichtig zu wissen, auf wen er sich verlassen kann und wer ihn beschützen kann.

Die täglichen Übungen haben Charlie vermittelt, dass wir gut in der Lage sind ihn vor den Mitbewohner-Hunden zu beschützen. Falls Nala ihre Mütterlichkeit wieder zu ernst meint und das viele Putzen dem Kater zu viel wird, kommt er gern petzen und versteckt sich bei uns. Auch Felix meint es manchmal zu gut mit wilden Spielen, da möchte Charlie dann auch mal Pause.

Fazit: Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und Tier zu schaffen ist wichtig und macht sehr viel Spaß. Das Selbstvertrauen einer jungen Katze kann nur durch Ausprobieren gefördert werden. Ihr als Halter könnt euren Mitbewohner mit kleinen Trainingseinheiten dabei unterstützen.

Es ist ein schönes Gefühl so viel Vertrauen geschenkt zu bekommen.

Wie erkunden eure Lieblinge neue Dinge? Sind sie auch so neugierig wie Charlie?
Erzählt mir wie ihr euren Stubentigern Neues zeigt.